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Ebermannstadt,21.6.2007
"Zamperl“ muss an die Leine
Beschluss - Stadtrat Ebermannstadt beschließt Leinenzwang für Hunde. Spaziergänger und das Wild sollen vor streunenden Hunden geschützt werden. Gibt es bald weniger Häufchen?
Frei laufende Hunde sind nicht nur in Ebermannstadt ein Ärgernis, ja eine Gefahr. Deshalb sollen nun alle Hunde an die (lange) Leine genommen werden. So will der Stadtrat verhindern, dass Spaziergänger angegriffen werden, dass die Hunde ihrem Jagdtrieb erliegen und dem Wild nachsetzen. Außerdem hofft der Stadtrat, dass die Bereitschaft von Herr- oder Frauchen steigt, die Hinterlassenschaft der vierbeinigen Lieblinge fachgerecht zu entsorgen.
Stadtrat Klaus Neuner (CSU) hielt wenig von der Anleinpflicht. „Wir verlagern das Problem nur in Richtung unserer Nachbargemeinden“, argumentierte er. Außerdem müssten Hunde frei laufen. Nach einer EU-Verordnung dürften Kühe im Stall nicht angebunden werden, und auch wir freuen uns über Eier von frei laufenden Hühnern, kämpfte Neuner für uneingeschränkte Bewegungsfreiheit der Hunde.
Kollege Ludwig Brütting (Freie Wähler), der mit einer Anleinpflicht liebäugelte, kam erst ins Grübeln, als er erfuhr, dass laut Oberlandesgericht (OLG) Hamm im Falle einer generellen Anleinpflicht die Kommune aufgefordert sei, eine eingezäunte Hundewiese mit Aufsichtspersonal, diverse Sitzgelegenheiten für die Herrchen und Wasser für die durstigen Vierbeiner zur Verfügung zu stellen. „Wenn mir so ein G`scheiter das alles vorschreiben will, dann bin ich dagegen. Fehlte noch, dass wir differenzieren müssen nach jungen und alten Hunden, womöglich nach Hunderassen. So weit käm's noch“ wetterte Brütting.
Bürgermeister Franz Josef Kraus dagegen verwies darauf, dass es sich beim OLG Hamm um keine Bayerische Instanz handle. Er plädierte für eine Anleinpflicht ohne Wenn und Aber. Sollte der Bayerische Verwaltungsgerichtshof die Auffassung der Kollegen aus Westfalen teilen, könne man die Satzung immer noch außer Kraft setzen.
„Das Problem sind die unvernünftigen Hundebesitzer, die Menschen, die Hunde halten, sie aber nicht beherrschen“, verdeutlichte Klaus Neuner. Vizebürgermeister Alfons Dorn verwies darauf, dass frei laufende Hunde sowohl eine Gefahr für das Wild darstellten – im Mai hetzte ein Hund ein Reh so lange, bis es in einem Zaun stecken blieb und jämmerlich verendete – sondern auch ein Risiko für Landwirte bedeuteten. Hundehäufchen im Futtertrog führten zur Erkrankung von Kühen.
Nicht zu vergessen die Gefahr für Kinder. Tierische Exkremente in Sandkästen seien nicht nur ekelig, sondern auch gesundheitsbedrohend. Besonders der Kinderspielplatz in der Peunt werde in dieser Hinsicht nur allzu oft zweckentfremdet. Und das, obwohl dies bereits den Tatbestand einer Ordnungswidrigkeit erfüllt, ergänzte Stadtrat Hans-Jürgen Grüning. So hoffte Kollege Josef Wagner, dass die Anleinpflicht auch ein Beitrag zu einer saubereren Stadt werden möge. Das müsse das oberste Ziel sein, forderte Ludwig Brütting, der sich eine Stadt ohne Hundekot wünschte.
Funktioniert das nicht über die Anleinpflicht, könne man sich ein Bußgeld überlegen, dachte Bürgermeister Franz Josef Kraus laut über mögliche Sanktionen nach. Außerdem bekräftigte er, dass auch die Anleinpflicht nur für einige wenige unvernünftige Hundehalter gedacht sei. Die meisten verhielten sich durchaus vernünftig. Doch auch sie müssen künftig ihren Liebling an die Leine nehmen. Das hat der Stadtrat schließlich mit sechs Gegenstimmen so beschlossen.
Josef Hofbauer