Ebermannstadt in der Fränkischen Schweiz



Wanderwege für Sehbehinderte Menschen

Blinde können Sehenswürdigkeiten erleben

Eine kleine Premiere erlebte Ebermannstadt: Der quasi offizielle Startschuss für einen Wanderweg für Sehbehinderte wurde gegeben, den dritten in Oberfranken. Initiator ist der Fürther Hans Ammon, der schon in Mittelfranken einige Projekte dieser Art für Blinde, Sehbehinderte und andere Menschen mit Behinderung auf den Weg gebracht hat.


Es war eine kleine Gruppe von Sehbehinderten, die sich um Hans Ammon, Ebermannstadts Bürgermeister Franz Josef Kraus und Angela Theiler vom Fremdenverkehrsamt scharte, um einen kleinen Teil des Weges durch die Stadt zu gehen, den der Fürther ausgetüftelt hat. Natürlich in Zusammenarbeit mit der Kommune Ebermannstadt und vor allem mit dem Blinden- und Sehbehindertenbund Bamberg.


Der Rundkurs führt vom Bahnhof Ebermannstadt nach Gasseldorf samt „Wienerle “, zum gebrochenen Berg und über den Naturlehrpfad zurück durch die Altstadt von Ebermannstadt. Zahlreiche Sehenswürdigkeiten und viel Natur sind dabei zu erleben. „Die Wanderung dauert dreieinhalb Stunden für Sehbehinderte und rund fünf Stunden für Blinde “, verrät Hans Ammon.


Der 54-jährige Initiator dieses Weges und vieler anderer Strecken für Sehbehinderte beschäftigt sich nicht von ungefähr mit der Thematik. „Mein Vater war kriegsblind und ich bin nach einem Schlaganfall leicht gehbehindert. “ Deshalb engagiert er sich seit 2002 in seiner fränkischen Heimat für Behinderte. Triebfeder ist die Liebe zur Heimat, wie Ammon erklärt. Jeder Weg ist sorgfältig ausgewählt und den Bedürfnissen der Behinderten  angepasst.  Aber wie können Sehbehinderte oder Blinde diesen Weg erleben? Die  Antwort liegt auf der Hand: In Zusammenarbeit mit dem Blinden- und Sehbehindertenbund Bamberg sind für Ammons Strecken Hörkassetten besprochen worden, die den Blinden die Richtung vorgeben und Wichtiges am Wegesrand erläutern. Außerdem kann man Führer beim Blinden- und Sehbehindertenbund in Bamberg buchen.


Die Teilnehmer des kleinen Rundgangs durch die historische Altstadt von Ebermannstadt an diesem Tag sind begeistert: „Es ist ein herrlicher Kurs durch Natur und Stadt. Man kann sehr viel erleben “, meint Marianne Detter (78) aus Nürnberg. Sie ist sehbehindert und immer wieder aufs neue fasziniert von Ammons Strecken und Ideen.


Aktiv trotz Behinderung

 

Bürgermeister Franz Josef Kraus zeigt sich von Hans Ammons Engagement erfreut: „Auch behinderte Menschen wollen immer noch eine Herausforderung. Und da sind die Ideen von Hans Ammon Gold wert. Denn Blinde wollen auch das Feeling für die Natur genießen. Es zeigt, trotz Behinderung geht vieles. “

 

Doch ein kleiner Haken ist noch an dem Rundkurs festzustellen. Hans Ammon: „Es fehlt noch die Kennzeichnung als Weg für Blinde und Sehbehinderte. “ Bürgermeister Kraus versprach, dass das bald nachgeholt wird.

 

Quelle: Nordbayer. Nachrichten vom 9.8.2006, von Thomas Eck

 

FT-Pressebericht vom 29.09.2006: Die Wiesent schnattern hören"

  
Der Blinden- und Sehbehindertenbund Bayern, Sektion Oberfranken ist für weitere Informationen in Bamberg unter der Rufnummer (0951) 30 32 22 erreichbar. Auch Hans Ammon gibt Auskünfte unter Telefon (09 11) 7 23 48 40. Die Touristinformation Ebermannstadt ist zu erreichen unter Telefon (0 91 94) 5 06 40.