Für Neuses-Poxstall ist die Historische Scheune in Kürze wieder das schöne Aushängeschild, das es jahrhundertelang war.
Das Gebäude wird auf 1653 datiert (laut dendrochronologischer Untersuchung von DendroScan, Georg Brütting M.A., Ebermannstadt), also kurz nach dem 30-jährigen Krieg.
Damit handelt es sich bei dem Bauwerk um die zweitälteste bekannte Scheune im Landkreis Forchheim. Zudem hat das Gebäude nach aktuellen Forschungsstand das älteste Fachwerkgefüge in der Gemeinde Ebermannstadt und bildet außerdem den ortsbildprägenden Mittelpunkt des Ortes Neuses-Poxstall im Mühlbachtal.
Bereits 2009 wurde die Scheune durch die Stadt Ebermannstadt erworben. Nach jahrelangem Vorhaben und langen Verhandlungen, ergab sich nun die Möglichkeit höhere Fördermittel vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und der Oberfrankenstiftung zu erhalten. Dies ermöglicht eine Notsicherung der Scheune aus dem 17. Jahrhundert, um sie wieder als Lagerfläche nutzen zu können.
An den zuschussfähigen Kosten in Höhe von ca. 280.000 € ist die Stadt nur mit etwa 30.000 € beteiligt, die im Haushalt 2025 bereits vorgesehen waren. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege bezuschusst das Projekt zusätzlich i.H.v. 130.000 €, auch die Oberfrankenstiftung finanziert mit 127.000 € den denkmalpflegerischen Mehraufwand bei der Sanierung der Historischen Scheune.
Die sog. Rückverformung ist ein außergewöhnliches Projekt – die Schieflage der Scheune soll, soweit es sinnig ist, an die Denkmalsubstanz angepasst werden. Dabei muss die Rückverformung schnell vonstattengehen, um die alten Balken nicht zu lange zu belasten. Auch der teilweise noch vorhandene Lehm soll aufbereitet und wiederverwendet werden. Workshops zu diesen speziellen Lehmtechniken sollen ebenso im Laufe des Projekts angeboten werden. Besonderer Dank gilt an dieser Stelle der Firma Geiger aus Rüssenbach – diese wird Lehm aus einer anderen Baustelle zwischenlagern, um ihn bei der Historischen Scheune wiederverwenden zu können. Ebermannstadt ist froh über diese helfende Nachbarschaft!
Die Fundamente wurden durch den Baumeister bereits befestigt. Bis zur Nutzung der Scheune muss allerdings noch der Sockel aufgemauert, das Dach abgedeckt, Ziegel ergänzt und wieder neu eingedeckt werden.
Die Stadt Ebermannstadt freut sich, durch dieses Projekt ein bleibendes Zeichen der Verbundenheit mit der reichhaltigen Geschichte der Stadt und der Ortsteile setzen zu können.