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Winterpause

Das Heimatmuseum macht Winterpause. Nach Verfügung der bayerischen Staatsregierung bleiben unabhängig davon vorerst alle Museen geschlossen. Führungen sind derzeit also nicht möglich. Wir bereiten uns aber auf die neue Saison vor und hoffen, dass wir im neuen Jahr in gewohnter Weise weiter machen können.

 

49. Sonderausstellung

Es ist noch nicht sicher, ob die für Sonntag, 07. März 2021, um 14:00 Uhr angesetzte Eröffnung der 49. Sonderausstellung „Landtag und Staatsregierung im Exil“ stattfinden kann. Wir müssen abwarten, wie angesichts der Covid-Pandemie Bundes- und Staatsregierung über weitere Abwehrmaßnahmen entscheiden. Sobald Näheres bekannt ist, werden wir über die Presse und dieser Stelle aktuell informieren.

 

Das Farbenbuch Friedrich Theilers

Ein hochherziges Geschenk hat Frau Agatha Bär gemacht: Sie hat das handschriftliche Geheft, in dem der Bildschnitzer Friedrich Theiler (1748-1826) seine Rezepturen für die Herstellung der Farben Kupfer, Rot, Gold-Gelb, Schwarz und von wasserbeständigem Leim festgehalten hat, dem Museum übergeben. Agatha Bär ist nicht in direkter Linie mit Friedrich Theiler verwandt, sondern über seine Schwester Maria Margareta. Über fünf Generationen hinweg wurde das Rezepte-Heft in der Familie Theiler weitergegeben und wie ein Schatz bewahrt.

Theiler lebte in einer turbulenten Zeit. In sein kleines Städtchen fielen wiederholt preußische und französischen Truppen ein, nahmen hier Quartier, erpressten Lebensmittel und raubten die Einheimischen aus. Wir wissen nicht, wie es dabei Theiler und seiner kleinen Bildhauerwerkstatt erging, wohl aber, dass er das Städtchen leicht verlassen hätte können. Trotz verlockender auswärtiger Angebote, eines sogar aus dem zaristischen Petersburg, blieb er hier in der Fränkischen Schweiz, die zu dieser Zeit erst durch die Beschreibung der beiden Erlanger Studenten Ludwig Tieck und Wilhelm Heinrich Wackenroder 1793 als romantische Landschaft entdeckt wurde.

Rings um Ebermannstadt und Forchheim findet man überall in den Kirchen seine grazilen Heiligenfiguren. Sie sind dem Stil nach – so das Handbuch der Bayerischen Geschichte, Band 3/1 – der Epoche des „sterbenden Rokoko“ zuzuordnen. Die Strahlenmadonna im linken Seitenaltar der Marienkapelle von Ebermannstadt ist sein bekanntestes Werk. Aber z.B. auch die Kirchen in Pretzfeld oder in Kirchehrenbach sind reich mit seinen Werken ausgestattet. Das Heimatmuseum in Ebermannstadt widmet Theilers künstlerischem Schaffen einen ganzen Raum, die Staatsbibliothek in Bamberg verwahrt seine schriftlichen Zeugnisse und seine Zeichnungen.

Deswegen hat ihr auch der ehrenamtliche Museumsbeirat in Absprache mit Frau Bär Theilers Rezeptheft überlassen. Hier soll es restauriert und ein sog. „Digitalisat“ angefertigt werden, das allen Interessenten imInternet zugänglich ist. Die Leiterin der Staatsbibliothek, Frau Prof. Bettina Wagner, möchte zudem an der Universität Bamberg eine wissenschaftliche Auswertung veranlassen. Frau Bär und das Heimatmuseum werden – wie beide es wünschen – Faksimile von Theilers Rezeptheft erhalten. Friedrich Theiler hat es verdient, das Wissen um seine Kunst zu bewahren und mit dieser Schrift vielleicht auch noch etwas zu vertiefen.

 (Leseempfehlung: Erich Döttl, Toni Welzbacher: Die Heiligen des Friedrich Theiler, Erlangen 1998 in der Schriftenreihe des Fränkische-Schweiz-Vereins, Band 12)

Foto: Frau Agatha Bär mit dem Rezepte-Heft