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Am Sonntag, 1. März 2020, 14:00 Uhr, eröffnete das Heimatmuseum die neue Saison mit der 47. Sonderausstellung (01.03.-28.06.2020) unter dem Titel:

50 Jahre Partnerschaft Ebermannstadt-Chantonnay

In der Ausstellung wird in Wort, Bildern, Dokumenten und mit Exponaten die Geschichte aufgezeigt, die die beiden Städte seit 1970 miteinander verbindet. Ausgehend vom deutsch-französischen Freundschaftsvertrag, den Adenauer und de Gaulle 1963 abschlossen, entwickelte sich vor allem über die Jugend ein vielfältiges Austauschprogramm. Nach einem halben Jahrhundert blickt die Ausstellung zurück auf die Beziehungen, die zwischen den beiden Städten gewachsen sind. Mini-Olympiade, Schüleraustausch, Praktika für Jugendliche und gegenseitige Feuerwehr-Besuche sind nur ein paar Schlagworte für die Freundschaften, die darüber hinaus zu privaten und familiären Kontakten geführt haben. Mit ihrer Partnerschaft tragen Chantonnay und Ebermannstadt dazu bei, dass Europa in Frieden und Freiheit zusammenwächst.

Die Öffnungszeiten des Heimatmuseums ab 1. März 2020 sind:

  • sonn- und feiertags von 14:00 bis 17:00 Uhr

Die bayerische Staatsregierung hat am 16. März 2020 den NOTFALL-ALARM für ganz Bayern verhängt, der auch für alle Museen gilt. Danach ist nach Stand vom 17.03. das Heimatmuseum bis zunächst 19. April 2020 für den Publikumsverkehr geschlossen.
 

VOR 75 JAHREN: Die letzten Kriegstage im April 1945 in Ebermannstadt

(Zusammenstellung von Dr. Manfred Franze)

9. März Ankunft eines Flüchtlingstransports aus Oberschlesien mit 780 Personen
30. März

Befehl der NSDAP-Kreisleitung an den Volkssturm zum Bau von Panzersperren

ab April  Rückzug deutscher Wehrmachtseinheiten (vor allem 172. Infanterie-Division) in den Landkreis, die von amerikanischen Tieffliegern angegriffen werden
5. April Fliegerangriff auf einen Personenzug bei Wiesenthau mit einem Toten und mehreren Verletzten 
6. April Beginn des Baus von Panzersperren im Eschlipper Tal, am Oberen Tor und in Rüssenbach (Engstelle bei Gasthaus Hack)
7. April Einstellung des Zugverkehrs Forchheim – Ebermannstadt – Behringersmühle und Heiligenstadt wegen zunehmender Tieffliegerangriffe
7. April Transport von 1100 sowjetischen Kriegsgefangenen durch Ebermannstadt in Richtung Gräfenberg – neun Tote infolge Entkräftung in Königsfeld, sechs in Lützelsdorf
8. April

Transport von rund 6000 Kriegsgefangenen durch Ebermannstadt (Engländer, Kanadier, Inder und Russen) in Richtung Gräfenberg

9. April Angriff von acht amerikanischen Jägern auf Ebermannstadt: Zerstörung des Hauses Nr. 27 in der Franz-Dörrzapf-Straße mit zwei Toten, Brand mehrerer Scheunen in der Breitenbacher Straße, Tötung eines Wehrmachtfahrers zwischen Rüssenbach und Reifenberg sowie eines Bauern bei Gasseldorf
10. April Durchzug deutscher Truppen und russischer Gefangener
12./13. April Einmarsch starker deutscher Truppenverbände (meist Infanterie ohne Artillerie und Panzer) in den Landkreis – dazwischen kleinere Gruppen englischer Kriegsgefangener, die von den deutschen Begleitmannschaften verlassen worden waren und sich allein durchschlugen 
13. April Anrücken erster amerikanischer Panzer: Besetzung Steinfelds und Schönfelds
13./14. April Vorrücken weiterer amerikanischer Panzerabteilungen über Wonsees, Hollfeld bis Plankenfels
14. April Konzentrischer Angriff der amerikanischen Truppen auf den Landkreis Ebermannstadt
14. April

Angriff amerikanischer Panzertruppen (Einheiten der 7. US-Armee) auf Ebermannstadt:

  • Beschädigung der Stadtpfarrkirche
  • Brand im oberen Scheunenviertel
  • Vernichtung einer deutschen Flakbatterie im Ramstertal: zehn Tote und ein Schwerverletzter, der am nächsten Tag im Lazarett auf dem Feuerstein verstirbt
  • Insgesamt werden 40 tote Soldaten in der Umgebung geborgen.
  • Kapitulation und Übergabe der Stadt durch Konrad Götz, der den Amerikanern mit einer weißen Fahne entgegenzieht
  • gegen 19.00 Uhr Flucht von Bürgermeister Georg Walter und der NSDAP-Kreisleitung
  • ab 21.00 Uhr Besetzung der Stadt durch amerikanische Panzertruppen (200 Soldaten)
  • Unterbringung des amerikanischen Stabs im Landratsamtsgebäude (jetziges Kaufhaus Winkler
  • Einquartierung der amerikanischen  Feldpolizei im Gendarmeriegebäude (Alte Wache)
15. April

Unter der Kontrolle des Chefs der amerikanischen Militärbehörde, Infanterie-Leutnant Albert D. Gallini, arbeiten Landratsamt und Stadtverwaltung weiter:

  • Landrat Dr. Niedermayer (bis 26. 5. 1945)
  • Verpflichtung von 30 Männern zur Beseitigung von 42 Pferdekadavern im Leinengraben
  • gegen 8.00 Uhr Einnahme Niedermirsbergs und Neuses durch die Amerikaner: Durch Maschinengewehrfeuer von einem Panzerspähwagen aus wird eine schlesische Flüchtlingsfrau getötet. 
16. April

Abrücken der amerikanischen Panzerdivision und Übernahme des Kommandos durch amerikanische Militärpolizei:

  • Verbot, die Stadt zu verlassen
  • Ausgehverbot von 17.30 bis 6.00 Uhr
  • Verbot der Ansammlung von mehreren Personen auf öffentlichen Straßen und Plätzen
17. April Plünderung des Textilwarenlagers der Erba in der Sägmühle (Wert ca. 300.000 RM)
19. April

Bestellung von neun Männern zu Hilfspolizisten

  • Anordnung an alle Männer zwischen 16 und 60 Jahren zum Einsammeln der herumliegenden Munition
  •  Verbot, die Polizeischule, die Knabenschule und das Gasthaus Schinnerer (NSDAP-Parteihaus) zu betreten
21. April Anordnung zur Ablieferung aller vorhandenen Waffen und Fotoapparate
29. April Anordnung zur Instandsetzung der Polizeischule für Montag, 31. April - Benennung von 21 Personen 

GI's in Ebermannstadt

Konrad Götz

Konrad Götz