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Heimatkunde – Rückblick auf 40 Jahre Arbeitskreis im Fränkische Schweiz Verein

Seit 14. Juli 2019 zeigt das Heimatmuseum eine neue Sonderrausstellung mit dem Titel: "Heimatkunde – Rückblick auf 40 Jahre Arbeitskreis im Fränkische Schweiz Verein".

In der 46. Sonderausstellung wird nicht nur die Geschichte des Arbeitskreises dokumentiert. Es werden alle 42 Publikationen vorestellt, die unter der Federführung von Dr. Hans Weisel in diesen 40 Jahren erschienen sind. Ein Teil dieser Bücher kann während der Ausstellung zu einem Sonderpreis erworben werden. Weiter wird dargestellt, wie die Spezialbibliothek des FSV im Landratsamtsgebäude am Oberen Tor entstanden ist und was sie bietet. Zum Schluss wird darüber nachgedacht, was Heimat für den Einzelnen bedeutet.

In der Sonderausstellung wird auch an Philipp Hümmer erinnert, der bei der Gründung des Arbeitskreises Heimatkunde einen Vortrag über den Verlust der Dorfwirtshäuser gehalten hat.

Philipp Hümmer (1944-2006)                          Wirtshausecke in unserem Heimatmuseum

Der Verlust der Dorfwirtshäuser

Bei der Gründung des Arbeitskreises Heimatkunde hat Prof. Philipp Hümmer 1979 ein Grundsatzreferat zu den Problemen des ländlichen Raumes gehalten. Er beobachtete, wie schon damals in vielen Orten der Fränkischen Schweiz die alten Dorfwirtshäuser schlossen. Die Entwicklung ging parallel zum Rückgang der traditionellen Landwirtschaft. Die kleinen Bauernhöfe rentierten sich nicht mehr und verloren ihre Existenzgrundlage ebenso wie die Schankwirtschaften, die nur vom Bierverkauf und von den örtlichen Stammtischen lebten. Mit ihnen ging der Ort verloren, an dem man sich austauschte, Neuigkeiten erfuhr und Zwischenmenschliches pflegte. Zugleich bot das Dorfwirtshaus – so Hans Becker und Manfred Schneider in ihrem Nachruf auf Hümmer – den Vereinen ein Zuhause und Raum für alle großen Feste im Jahreslauf. „All das entfiel durch die Schließung ebenso ersatzlos wie die Möglichkeit eines schlichten Wirtshausbesuches“. Die immaterielle Lebensqualität verminderte sich zusehends. Hümmer stellte „die negative Entwicklung in den Zusammenhang eines oft viel umfassenderen Funktionsverlusts der Dörfer, die durch die Gemeindegebietsreform den Bürgermeister sowie die Verwaltung, durch die Schulneuordnung den Lehrer sowie die Schule und infolge des Priestermangels oft auch noch den Pfarrer verloren hatten. Hinzu kamen der Rückgang von Einzelhandel und Dorfhandwerk oder die Schließung der örtlichen Zweigstelle einer Genossenschaftsbank.“ Das alles sei die Ursache für die Abwanderung aus dem Dorf in die Städte. Diese Entwicklung hat dramatisch zugenommen. Heute findet der Tourist in vielen Orten kaum mehr eine Möglichkeit zum Einkehren, weil wegen Personalmangel eine Reihe von Gaststätten nur noch begrenzt öffnet.

Die 46. Sonderausstellung läuft bis zum 30. Oktober 2019.