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Neues aus Ebermannstadt

Datum: Dienstag, 04. Juni 2013

Ohne sie wäre Ebermannstadt ärmer

Auszeichnung - Bürgermeister Franz Josef Kraus ehrte in der Grundschulaula verdiente Bürger. Sie haben sich in Ausübung eines Ehrenamtes nachhaltig um das Gemeinwohl der Stadt und ihrer Mitbürger verdient gemacht.

Ebermannstadt - Bürgermeister Kraus hob bei der Feierstunde besonders die Bereitschaft der über 2000 Frauen und Männer in den mehr als 50 Vereinen und Verbänden hervor, zur Steigerung der Lebensqualität in der Stadt an der Wiesent mit ihren 7000 Einwohnern beizutragen. Woche für Woche würden sie sich unentgeltlich und ohne groß einen Dank zu erwarten für den Erhalt der Lebensqualität ihrer Heimatstadt und ihrer Mitmenschen einsetzen. Da leite man einen Seniorentreff, führe als Übungsleiter die Kinder an den Turnsport heran, kümmere sich um kranke und behinderte Mitbürger und auch schon einmal darum, die Geschichte der Stadt Ebermannstadt und ihrer Ortsteile für die Nachfahren zu bewahren, und engagiere sich bei Sozial- und Rettungsdiensten um die Frauen und Männer, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen oder momentan aus einer Gefahrenlage gerettet werden müssen.

Von Darbietungen der Musikschule Ebermannstadt festlich umrahmt, konnte das Stadtoberhaupt zunächst die städtische Bürgermedaille an Juliane Böhm und Brigitte Haber verleihen, die sich seit Jahrzehnten beim TSV Ebermannstadt in der Turnabteilung für den Nachwuchs einsetzen, das „Zwerglesturnen" leiten oder auch die Leistungsturner betreuen und somit Woche für Woche bis zu 160 Mitglieder in den verschiedensten Altersgruppen anleiten.

Auch Marlies Buchdrucker aus Moggast erhielt die hohe Auszeichnung – sie organisiert in der dortigen Pfarrei zusammen mit ihren vielen fleißigen Helferinnen und Helfern die Seniorenarbeit und die regelmäßigen Treffs und beschert den alten Mitmenschen immer wieder schöne Stunden.

Bereits seit 1977 ist Siegfried Fuchs Mitglied bei der Dampfbahn Fränkische Schweiz, steht seit 1998 an der Spitze des 400 Mitglieder zählenden Eisenbahnmuseumsvereins, zu dem heute 40 einsatzfähige Dampf- und Dieselloks aus der Historie der Eisenbahngeschichte gehören. Mit den zahlreichen Sonderfahrten auf der 16 Kilometer langen Strecke zwischen Ebermannstadt und Behringersmühle durch das schöne Wiesenttal und vielen anderen Veranstaltungen, zu denen zuletzt weit über 28 000 Besucher begrüßt werden konnten, zählt die Dampfbahn Fränkische Schweiz längst zu den aktiven Werbeträgern der Stadt – was Fuchs ebenfalls die städtische Bürgermedaille einbrachte.

Agnes Kormann aus Moggast hat als langjährige Ortsbäuerin viel dazu beigetragen, in über 45 Jahren die Situation der Landfrauen zu verbessern, sie war aktiv in der katholischen Landfrauenbewegung tätig und zählte zu den Motoren der ländlichen Selbstvermarktung und der Dorfläden.

Das Ehepaar Helga Seidel-Rüfer und Walter Rüfer dokumentiert mit Bildern seit seinem Zuzug nach Ebermannstadt vor 20 Jahren die Flora, Fauna, Landschaft, Sehenswürdigkeiten und Menschen als einzigartige Zeugnisse seiner neuen Heimat. Michael Sponsel, der seit 1996 als Ortssprecher des Stadtteils Buckenreuth im Stadtrat und als Feuerwehrvorsitzender (1983-2012) stets für sein Heimatdorf und die Mitmenschen eintritt, und Wilhelm Theiler, der als Übungsleiter und Abteilungsleiter für Judo beim TSV viele seiner Mitbürger in die Geheimnisse dieses Verteidigungssports eingeführt hat, zählen ebenfalls zu den Medaillenträgern.

Mit Trauer nicht allein lassen

Noch eine Stufe höher sind wohl die Verdienste der Frauen und Männer anzusiedeln, denen anschließend von Bürgermeister Franz Josef Kraus das Ehrenwappen der Stadt verliehen wurde. Diese hohe Ehre wurde an diesem Abend unter anderem Helga Kuplich-Schramm zuteil, die 1996 die ehrenamtliche Sterbebegleitung im Hospiz Erlangen und im Seniorenzentrum Ebermannstadt übernahm, sich zusätzlich als Trauerbegleiterin und als Kunsttherapeutin ausbilden ließ und seit 2005 zusammen mit Cornelia von Aufseß im Trauernetz „Consolare" dafür da ist, den Menschen in ihren schwersten Stunden Zuspruch zu geben, sie nicht alleine mit ihrer Trauer, den Sorgen und Ängsten zu lassen.Seit 1988 führt Heinrich Sponsel seine Feuerwehr im Ortsteil Wohlmuthshüll als Kommandant, tritt für seinen Ort seit 2002 als Stadtrat ein und engagiert sich dabei vor allem um die Belange der Jugendlichen und die alten Bräuche in den kleinen Dörfern auf dem „Berg".

Das brachte ihm ebenso das Ehrenwappen ein wie Reinhold Wick, der neben vielen anderen Ehrenämtern seit 1986 für die deutsch-französische Freundschaft und die Städtepartnerschaft zwischen Ebermannstadt und Chantonay eintritt und bei jedem Besuch, bei jeder Feier mit dazu beiträgt, dass die Städtepartnerschaft das bleibt, was sie so wertvoll macht, nämlich eine auf die Freundschaft der Menschen basierende und nicht von oben verordnete Verbindung.

Zu guter Letzt durften mit Manfred und Werner Vierling zwei Brüder die hohe Auszeichnung entgegennehmen, die nicht nur als erfolgreiche Unternehmer das von Physiker Oskar Vierling 1941 gegründete Unternehmen nach dessen Tod übernahmen und sich mit ihren Produkten längst auf dem Weltmarkt etablieren konnten, heute als Arbeitgeber eine wichtige Stellung in der Wiesentstadt einnehmen, sondern auch die heimische Vereinslandschaft ein großes Stück weit mitgestalten.

Während Manfred Vierling als „Mister Tischtennis" oder auch „Korsettstange der TSV-Tischtennisabteilung", wie Bürgermeister Kraus ihn in seiner Laudatio respektvoll nannte, für eine kontinuierliche und äußerst erfolgreiche Jugendarbeit steht, half sein Bruder Werner Vierling tatkräftig mit, die Dampfbahn Fränkische Schweiz zu gründen und als Museumsbahn zu etablieren.

KARL-HEINZ FRANK (FT)