Navigation


Neues aus Ebermannstadt

Datum: Mittwoch, 03. Juli 2013

„Wer da ist, findet es toll“

INTERVIEW: Rock im Park war gestern. Am ersten Juli-Wochenende findet in Ebermannstadt zum vierten Mal das Soundfeel-Festival statt. Die Organisatoren Andreas Kirchner und Tobias Eismann hoffen auf den ganz großen Erfolg.

Ebermannstadt - Wenn sanfte Reggae-Klänge, rockiger Gitarrensound und fränkische Heimatmusik dieselbe Bühnenluft atmen, ist in Ebermannstadt wieder Festival-Zeit. Das Line-Up des diesjährigen Soundfeel-Festivals erfüllt die Veranstalter Andreas Kirchner und Tobias Eismann mit Stolz. Über Musik, Geld und darüber, welcher Traum-Act bisher dennoch unerreichbar blieb, sprechen sie im Interview.

17 Bands bilden das diesjährige Line-Up. Nach welchen Kriterien wählt ihr die Bands aus?
Kirchner: Die Bands, die wir buchen, haben wir in der Regel schon live gesehen. Auf ein Genre festlegen wollten wir uns nicht. Es soll ein Sommerfestival sein, leicht und beschwingt also. Aber keine reine Jugendveranstaltung. Neben der typischen Bandbesetzung mit Gitarre, Schlagzeug und Bass haben wir auch dieses Jahr Kapellen dabei, die mit Saxophon und Trompete zu überzeugen wissen. Bands wie The Love Bülow begeistern Jung und Alt.
Eismann: Wichtig ist, eine gute Mischung hinzubekommen und auch mal experimentelle Sachen zu wagen wie Kellerkommando, die fränkische Heimatmusik mit Rap verbinden. Aber Reggae, Hip-Hop und Rock, dass muss schon dabei sein. Ganz wichtig sind auch ein oder zwei bekannte Bands, um Aufmerksamkeit zu bekommen.
Kirchner: Das wichtigste Kriterium ist aber unser eigener Geschmack.

Auf welche Bands freut ihr euch dann selbst am meisten?
Kirchner: Am meisten auf Äl Jawala. Ich bin nicht der große Tänzer und wippe auf Konzerten meist nur mit dem großen Zeh, aber bei denen war ich nach dem Konzert jedes Mal komplett durchgeschwitzt.
Eismann: Einerseits auf Ohrbooten, weil ich es immer für unmöglich gehalten habe, dass so eine Band in die Fränkische Schweiz kommt – da kommt dann auch der Stolz hoch, wenn man das geschafft hat. Und auf Kellerkommando, die unsere fränkische Musik verrückt interpretieren.

Als ihr Euch 2009 das erste Mal getroffen habt, hättet ihr damit gerechnet, dass das Festival jetzt bereits zum vierten Mal stattfindet?
Kirchner: Als wir 2010 angefangen haben, waren wir angenehm überrascht, dass doch so viele da waren. Die Sache wird hier gern gesehen. Und wir haben Spaß dabei, das zu organisieren. Obwohl, kurz danach denkt man sich dann, man lässt das, weil der Aufwand doch sehr groß ist. Aber vor dem Spiel ist nach dem Spiel, und dann beginnen wir kurz nach dem Festival wieder mit der Planung fürs nächste Jahr.

Die Besucherzahlen sind jedes Jahr gestiegen. Mit wie vielen rechnet ihr heuer?
Kirchner: Wir sind Freunde vom Wachstum und hoffen, dass es mal richtig kracht. Letztes Jahr waren es 1200. Wir würden gern 2000 erreichen. Dann hätten wir auch eine größere finanzielle Planungssicherheit für das nächste Jahr.
Eismann: Es wächst zwar, aber wir tun uns auch schwerer als andere. Es gibt in der Gegend viele DJ-Festivals und Kerwas mit Cover-Musik, also eher Mainstream.Wir merken, dass wir uns mehr Mühe geben müssen, die Leute zu uns zu bekommen. Aber wenn die Leute dann mal da sind, finden sie es toll.

Was macht das Soundfeel denn so besonders?
Eismann: Es ist nicht alles geleckt, es ist kein roter Teppich ausgerollt, aber es ist familiär und die Stimmung ist toll.
Kirchner: Die familiäre Atmosphäre. Es gibt keine meterlangen Schlangen vor den Toiletten, dafür einen idyllischen Festplatz mit dem Freibad direkt nebenan. In Bayern gibt es wohl kein anderes Festival mit dem Ticketpreis und der Bandauswahl.

Und es ist ein Benefizfestival. Der Erlös wird wieder gespendet?
Kirchner: Wir spenden wieder an die Deutsche Knochenmarkspenderkartei. Da wir dieses Jahr mehr Ausgaben für Werbung hatten und auch vom Line-Up mehr in die Breite gegangen sind, wissen wir noch nicht sicher, wie viel übrig bleibt und haben daher nicht so sehr mit dem Benefiz-Charakter geworben.

Wo liegt denn der Preis für solche Bands?
Kirchner: Sagen wir mal so, es gibt Bands, die verlangen 16 000 bis 17 000 Euro, das geht dann nicht. Bei 8000 bis 9000 Euro können wir eher mal drüber reden. Wir verhandeln mit jeder Band hart, in der Regel kommen sie uns auch wegen des Benefiz-Charakters im Preis entgegen.

Unabhängig vom Preis, wer wäre Euer Traum-Act?
Kirchner: Clueso.

Und der Herr Eismann?
Eismann: Da sind wir uns einmal zu 100 Prozent einig.

Die Fragen stellte Anja Greiner.