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Neues aus Ebermannstadt

Datum: Donnerstag, 28. November 2013

Gemeinsam für den Nachwuchs

In Ebermannstadt startet Fußballförderprojekt von TSV und Gymnasium

EBERMANNSTADT — Wie kann Schulsport attraktiver werden, wie die Jugendarbeit im Verein verbessert? Bei einer Pressekonferenz stellten nun die Fußballabteilung des TSV Ebermannstadt und das Gymnasium Fränkische Schweiz ein gemeinsames im Landkreis Forchheim bisher einmaliges Kooperationsprojekt vor.
Die Unterstützung von „ganz oben" ist den Beteiligten gewiss. Die offizielle Urkunde ist von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach unterzeichnet, als Botschafter der Idee stehen die Nationaltrainer Joachim Löw und Sylvia Neid Pate. Das gemeinsame Projekt zwischen den Fußballern des TSV Ebermannstadt und des Gymnasiums Fränkische Schweiz ist Teil der bundesweiten Förderkampagne „Doppelpass 2020" des Deutschen Fußballbundes.
Kernpunkt der Vereinbarung ist die Gründung einer Fußball-Arbeitsgemeinschaft an der Schule, die sich unter der Leitung eines ausgebildeten Übungsleiters um ein Angebot außerhalb des Unterrichts kümmern soll. Der DFB unterstützt Verein und Schule mit Sportausrüstung. Initiiert wurde die Kooperation in Ebermannstadt von Lothar Müller, Jugendtrainer beim TSV und früherer Sportlehrer am GFS, und Markus Nagel, der als großer Fußballfan künftig als Kontaktperson an der Schule fungiert. In seiner Begrüßungsrede im Rahmen der Projektvorstellung betonte GFSOberstudiendirektor Erhard Herrmann „die enorme Bedeutung einer solchen Kooperation für die Region und auch für die Vereine". Der Schulleiter hatte für die Idee ein offenes Ohr, kickt er doch beim Lehrersport selbst noch in der Halle mit.

Erfolgreiche Schulmannschaft
Die fachliche Koordination liegt bei Tobias Beckenbach. Der Sportlehrer betreut bereits die Schulmannschaften und hat eine Trainerlizenz. „Wir hatten in der Vergangenheit große Erfolge, doch mit gezielter Förderung wäre mehr möglich gewesen", erklärte Beckenbach. Als oberfränkischer Schulmeister schied das GFS im Jahr 2011 bei den nordbayerischen Titelkämpfen erst in letzter Sekunde aus dem Wettbewerb „Jugend trainiert für Olympia" aus. Die erste Bewährungsprobe für die nunmehr speziell geförderten Schulmannschaften erfolgt im April bei den Landkreismeisterschaften in Forchheim.
Das Anforderungsprofil war laut Fußballverband am Standort Ebermannstadt „mehr als erfüllt". „Wir haben als einziger Verein im Altlandkreis alle Jugendteams von der D- bis zur A-Jugend mit eigenen Spielern besetzt", sagt TSVJugendleiter Manfred Weikert stolz. Zudem werden die Mannschaften von rund einem Dutzend lizensierten Übungsleitern betreut. Ein wichtiges Kriterium für die Zukunft: Denn der Verein muss beim Ausfall eines Trainers genügend Coaches in der Hinterhand haben, um das zunächst auf zwei Jahre ausgelegte Projekt lückenlos fortführen zu können.
Die Beweggründe für den Verein liegen nach den Worten Weikerts auf der Hand: „Zum einen sehen wir die Kooperation als soziales Engagement, zum anderen erhalten unsere Talente, die im GFS zur Schule gehen, einmal die Woche ein zusätzliches professionelles Training." Sensibel sei dagegen das Thema Werbeeffekt. „Wir wollen den anderen Vereinen ihre Spieler, die aufs GFS gehen, nicht wegnehmen", betont Weikert.
Der Projekt-Startschuss fällt mit der ersten Einheit der Jahrgänge 2000 bis 2003 am 4. Dezember in der Stadthalle. Im April nach der Landkreismeisterschaft soll ein erstes Zwischenfazit gezogen werden und auch eine Mädchengruppe in den Trainingsbetrieb einsteigen.

STEFAN BRAUN (NN)