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Neues aus Ebermannstadt

Datum: Mittwoch, 19. Dezember 2012

Trotz Krise positiv! Kraus lenkt Blick auf das, „was wir erreicht haben“

Um Harmonie war Bürgermeister Franz Josef Kraus in der Jahresschlusssitzung des Stadtrates in Ebermannstadt bemüht: Zwischen Suppe und Dessert blickte er im Saal des Gasthauses Schwane auf 2012 zurück — und streifte dabei unangenehme Themen wie die enorme Schuldenlast oder den Bürgerentscheid nur kurz.

EBERMANNSTADT — Es ist Tradition im Wiesentstädtchen, dass die Stadträte zusammen mit ihren Partnern am Ende des Jahres als Dank für ihr Engagement zu einem Essen eingeladen werden — „finanziert aus den Sitzungsgeldern", wie Bürgermeister Kraus anmerkte. Schließlich hatte er zuvor in seinem Rückblick kurz den Stadthaushalt erwähnt — „da fehlt es hinten und vorne".
Nur mit Hilfe eines Überziehungskredites in Höhe von 1,6 Millionen Euro habe man den Etat finanzieren können. Dank des niedrigen Zinssatzes von 0,3 Prozent seien zumindest nahezu keine Zinsen angefallen. Allerdings habe man trotz steigender Einnahmen, das Defizit nicht mindern können, gab der Bürgermeister zu.
Doch Kraus wäre nicht Kraus, wenn er selbst in schlechten Zeiten nicht einen optimistischen Blickwinkel fände: Trotz der „nicht gerade rosigen Finanzlage" müsse man sich ins Gedächtnis rufen, „dass wir viel geschaffen haben". Dann zählte er auf: Kläranlage saniert, Blockheizkraftwerk in Betrieb genommen, Dorferneuerung Wolkenstein abgeschlossen, Kinderkrippe Zwergenland mitfinanziert, Discoruine Moggast erworben, Lastnerhaus saniert und die eine Million Euro teure Kanalisation Eschlipp begonnen.
Dem Bürgerentscheid, der zu Beginn des Jahres die vom Stadtrat mehrheitlich beschlossene Ansiedlung eines Supermarktes im Baugebiet „Frühgarten" am Ortsrand von Ebermannstadt stoppte, widmete er nur einen knappen Satz. Dieses demokratische Vorgehen empfinden manche Mandatsträger bis heute als Affront gegen die Stadtratspolitik, war zu hören.
Franz Josef Kraus stellte sich eindeutig hinter die Musikschule, die zwar mit einem Defizit von 200000 Euro im Jahr aufwarte, die aber „Herzstück und Juwel" des Schulverbandes sei. „Musikalische Bildung ist von unschätzbarem Wert für die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen", betonte der Bürgermeister. „Wird hier gespart, rächt sich das in der Zukunft." „Hocherfreulich" sei auch die Situation an der Grund- und Mittelschule. Das Haus strahle nach der Sanierung „großen Optimismus" aus, wie Kraus Schulleiter Eberhard Krieger zitierte. Stolz könne man darauf sein, dass die Ebermannstädter Schule landkreisweit die niedrigste Schulabbrecherquote verzeichne, die auch weit unter dem Bayerndurchschnitt liege. „Ein wundervolles Ergebnis" habe ferner ein Evaluationsbericht gebracht: Die Ebermannstädter Schule habe unter 50 geprüften Schulen die beste Bewertung erhalten, zeigte sich Kraus stolz.

Problem großräumig lösen
Der Bürgermeister ging kurz auf den Bundesverkehrswegeplan 2015 ein, in dem für das Verkehrs geplagte Ebermannstadt vage eine Umgehung eingezeichnet sei. Hier gehe es nicht um eine Straße, sondern darum „wie man das Problem großräumig lösen kann". Ferner erinnerte er an das Einzelhandelsentwicklungskonzept, das im März vorgelegt werden soll und von dem sich die Stadt Vorschläge erhofft, wie man leer stehende Innenstadtläden künftig nutzen könnte.
Das Stadtoberhaupt dankte schließlich allen Beschäftigten des „Konzerns Stadt" für ihre fach- und sachkundige Mitarbeit. Ferner würdigte er die Arbeit der zahlreichen Ehrenamtlichen in der Stadt: „Ich staune immer wieder, wie viel Engagement es hier bei uns gibt." Einen Weihnachtswunsch hatte Kraus am Ende: „Die Bayerische Staatsregierung möge uns unser EBSer Kennzeichen zurückgeben." Das koste nichts, würde aber vielen eine Freude bereiten.
Nach Musikstücken des Bläserquintetts unter der Leitung von Wojciech Grabietz dankten 2. Bürgermeister Alfons Dorn und 3. Bürgermeister Klaus Neuner dem Bürgermeister Kraus für die vertrauensvolle Zusammenarbeit, den Mitarbeitern der Stadt für ihre Arbeit und schließlich allen Bewohnern „für ihr bürgerschaftliches Engagement".

MARIA DÄUMLER (NN)